Das Wichtigste in Kürze
- Ambulanter oder stationärer Entzug: Fachpersonen empfehlen einen ambulanten Entzug bei leichten bis mittelschweren Entzugssymptomen. Ein stationärer Entzug in einer Klinik ist bei schweren Entzugssymptomen ratsam.
- Entzugssymptome: Bei einem Entzug kommt es meistens zu Entzugssymptomen. Häufig sind Herzrasen, Schwitzen, Händezittern, Angst oder Nervosität.
- Phasen des Entzugs: Ein Entzug beginnt mit der körperlichen Entgiftung. Sie dauert drei bis fünf Tage. Der eigentliche Entzug dauert zwei bis drei Wochen. Danach folgt eine Entwöhnungsphase von 12 bis 16 Wochen.
Sucht ist eine Krankheit. Häufig möchte die oder der Suchtkranke vom Suchtmittel wegkommen. Zum Beispiel mit dem Trinken aufhören. Oder kein Kokain mehr nehmen. Wer aus einer Sucht aussteigen will, muss meistens einen Entzug machen. Wichtig ist dabei eine medizinische oder therapeutische Begleitung durch eine Fachperson. Es hilft, mit der Hausärztin oder dem Hausarzt über die Sucht und den Entzugswunsch zu reden.
Welche Arten von Entzug gibt es?
Wir unterscheiden zwischen zwei Arten von Entzug:
- einem ambulanten Entzug und
- einem stationären Entzug.
Beim ambulanten Entzug arbeitest du mit der Hausärztin oder dem Hausarzt sowie der Fachperson einer Suchtfachstelle zusammen. Du bleibst in deinem gewohnten Umfeld. Vielleicht arbeitest du auch wie gewohnt weiter.
Einen stationären Entzug machst du in einer Klinik.
Eine Übersicht über Hilfsangebote und Entzugskliniken findest du unter www.suchtindex.ch.
Wie lange dauert ein Entzug?
Beim Entzug gilt es, die körperliche und allenfalls psychische Abhängigkeit zu überwinden. Alkohol ist ein Gift. Der Entzug startet deshalb mit einer körperlichen Entgiftung. Sie dauert in der Regel drei bis fünf Tage. Danach folgt der eigentliche Entzug. Du trinkst während zwei bis drei Wochen keinen Alkohol. In dieser Zeit festigst du deinen Entschluss, nie mehr Alkohol zu trinken.
Nach dem Entzug folgt die Entwöhnungsphase. Sie dauert 12 bis 16 Wochen. Danach geht es darum, wieder in den Alltag zu finden. Zusammen mit einer Fachperson entwickelst du eine Strategie, um ohne Alkohol zu leben, und wie du mit einem Rückfall umgehen kannst. Regelmässige Treffen in Gesprächs- oder Selbsthilfegruppe können dabei helfen.
Bitte beachte: Du musst motiviert sein und aktiv mitarbeiten. Du musst bereit sein zur Abstinenz. Auch die Unterstützung von Familie und Freunden ist wichtig. Dann kann der Entzug gelingen.
Hier findest du Antworten auf häufig gestellte Fragen:
Wann soll ich einen ambulanten Entzug machen?
Fachpersonen empfehlen einen ambulanten Entzug bei leichten bis mittelschweren Entzugssymptomen. Zum Beispiel Unruhe, Kopfschmerzen und Verlangen nach Alkohol.
Wie funktioniert der ambulante Entzug?
Der ambulante Entzug findet in einer Fachstelle statt. Du triffst dich eine Woche lang jeden Tag mit einer Fachperson. Mit der Fachperson redest du darüber, wie du dich körperlich und psychisch fühlst. Die Fachperson beantwortet Fragen und unterstützt dich mit Informationen. Am Ende der Woche gibt es ein Abschlussgespräch. Dabei bestimmst du gemeinsam mit der Fachperson, wie es weiter geht. Zum Beispiel, ob du eine weitere Suchtberatung machst.
Wann soll ich einen stationären Entzug machen?
Fachpersonen raten zu einem stationären Entzug,
- wenn das Risiko für schwere Entzugssymptome hoch ist.
- wenn ein Umfeld fehlt, das dich unterstützt.
Wie funktioniert der stationäre Entzug?
Der stationäre Entzug findet in der Regel in einer psychiatrischen Klinik oder einer spezialisierten Suchtfachklinik statt. Dort erhältst du eine umfassende medizinische und psychosoziale Betreuung rund um die Uhr.
Welche Entzugssymptome gibt es?
Wir unterscheiden zwischen körperlichen und psychischen Entzugssymptomen. Körperliche Symptome sind:
- Herz-Kreislaufstörungen
- Artikulationsstörungen
- Herzrasen
- Durchfall, Magenschmerzen
- Übelkeit und Erbrechen
- Allgemeines Unwohlsein und Schwäche
- Schwitzen
- Mundtrockenheit
- Händezittern
- Juckreiz
- Schlafstörung
- Koordinations- und Sehstörung
- Kopf- und Muskelschmerzen
Psychische Symptome sind:
- Angst
- Ruhelosigkeit
- Nervosität
- verminderte Konzentrationsfähigkeit
- Gedächtnisstörungen
- Depression und Niedergeschlagenheit
- Reizbarkeit
- Wahrnehmungsstörungen, Halluzinationen