Wie Grenzen einhalten?
Es passiert immer wieder, dass Menschen, welche häufig (und viel) Alkohol konsumieren, nicht mehr spüren, wo ihre Grenze liegt. Was früher problemlos funktioniert hat, klappt nicht mehr. Wir sprechen da von einem „Kontrollverlust“, der sich auf den Beginn, die Menge oder die Beendigung des Konsums beziehen kann.
Oftmals ist es hilfreich für eine klar definierte Zeit, z.B. 2 Monate, komplett auf Alkohol zu verzichten um mal wieder zu spüren und zu erleben, wie es ist, in Gesellschaft ohne Alkohol zu sein. Dann kann man probieren, ob man seinen Konsum wieder kontrollieren kann, d.h. man wieder merkt wo seine Grenzen sind und diese auch einhalten kann, oder ob es nicht mehr klappt und besser ganz darauf verzichtet werden sollte. Aus unseren Erfahrungen empfehlen wir Hilfe in Anspruch zu nehmen, denn in den seltensten Fällen pendelt sich dies wieder von alleine ein. Hier sehen sie wo unsere Beratungsstellen sind: http://blaueskreuz.ch/vor-ort/
Eine mir nahestehende Person trinkt – was kann ich tun?
Wird ein Alkoholproblem schlimmer, dann fühlen sich Familienangehörige oft hilflos. Sie versuchen, das Thema anzusprechen oder Ratschläge zu geben. Meistens haben sie keinen Erfolg. Angehörige leiden oft genauso stark wie die suchtkranke Person. Die Gründe dafür sind: Hilflosigkeit, Angst oder Gewalt.
Es gibt professionelle Beratungen für Angehörige. Dabei lernst du, wie du auf dich selbst achten kannst. Du lernst auch, dein Leben nicht von der alkoholkranken Person abhängig zu machen. Und du erhältst praktischen Rat, wie du dich der betroffenen Person gegenüber verhalten kannst.
Weitere Informationen findest du hier:
- Willkommen bei der Abteilung Sucht – Tipps für Angehörige (bs.ch)
- Stehst Du einer Suchtkranken Person nahe? | Addiction Suisse (nahestehende-und-sucht.ch)
- Informationen für Kinder, deren Eltern trinken: Papa trinkt / Mama trinkt.
Folgende Institutionen bieten Hilfe für Opfer von physischer oder psychischer Gewalt:
- Für alle: Beratungsstellen bei Gewalt gegen Frauen & häuslicher Gewalt (admin.ch)
- Für Frauen: http://www.frauengegengewalt.ch/, https://www.frauenhaeuser.ch/de
- Für junge Frauen: 044 3414945 – Mädchenhaus (maedchenhaus.ch)
- Für Männer: http://www.zwueschehalt.ch/, https://www.mannebuero.ch/
- «10 Tipps für Angehörige»
Hat er/sie ein Alkoholproblem?
Wenn der Alkohol zu einem festen Bestandteil des Lebens geworden ist, ist es ein schmaler Grat zwischen „regelmässigem Genuss“ und „es geht nicht mehr ohne“. Genuss hat viel mit bewusstem Konsum zu tun, d.h. sich Zeit zu nehmen und es als etwas Spezielles zu zelebrieren. Dem entsprechend sollte es auch einige Tage ohne Alkoholkonsum geben. Sobald das Konsummuster das von Gewohnheit angenommen hat, ist Vorsicht angebracht. Alkohol hat die Tendenz „immer mehr“ zu werden und was als Genuss angefangen hat kann in einer Abhängigkeit enden.
Oft ist es schwierig über den eigenen Alkoholkonsum oder der einer nahe stehenden Person zu diskutieren. Das Thema ist peinlich, auch deshalb, weil man nicht genau weiss, wann der Konsum unbedenklich ist und ab wann er krankhaft ist. Das geht vielen Betroffenen so. Auf der anderen Seite wissen wir, dass sehr viele Menschen in der Schweiz einen problematischen Umgang mit Alkohol pflegen. Nur knapp zehn Prozent nehmen professionelle Hilfe in Anspruch, denn dies braucht sehr viel Mut. Zur Beratung zu gehen ist unangenehm, auf der anderen Seite sind es meist ganz normale Menschen, die unsere Beratungsstellen aufsuchen, oft beruflich und sozial integriert aber doch mit einem Alkoholkonsum, der höher ist, als sie es eigentlich wollen. Meistens hat sich der Konsum schleichend gesteigert.
Es gibt verschiedene Stufen von Abhängigkeit. Viele Menschen sind körperlich nicht abhängig und können gut ein paar Tage verzichten. Die psychische Abhängigkeit bringt sie jedoch dazu, immer wieder ins alte Muster zurück zu fallen. Man fragt sich oft, ob man ganz auf Alkohol verzichten oder sich einfach „zusammenreissen“ sollte. Um darüber etwas mehr herauszufinden empfehlen wir die Website http://www.kontrolliertes-trinken.de Dort gibt es Selbsttests, Informationen über Sucht und die Möglichkeit, sich generell mit dem eigenen Konsum und den Trinkmengen auseinander zu setzen.
Mitarbeiter ist Alkoholiker
Einem Mitarbeiter/Angestellten sollte man Hilfe anbieten, bevor dieser/diese seinen Job verliert. Dies würde meistens das Problem verschärfen und die Personen in die Aussichtslosigkeit treiben. Als Arbeitgeber könnten Sie mit dem betroffenen Mitarbeiter/ Mitarbeiterin eine Absichtserklärung aushandeln, wo der Betroffene sich dazu bereit erklärt, Hilfe in Anspruch zu nehmen und wieder trocken zu werden. Diese Absichtserklärung können sie ganz einfach nach ihren Vorgaben erstellen. Es ist wichtig, dass die relevanten Punkte und die Konsequenzen, im Fall der Nichteinhaltung, klar darin aufgeführt sind.
Es könnte sinnvoll sein diese Absichtserklärung zusammen mit einem Berater zu erstellen, so dass alle Beteiligten von Anfang an mit im Boot sind. Hier sehen sie wo unsere Beratungsstellen sind: http://blaueskreuz.ch/vor-ort/
Wie spreche ich den Alkoholkonsum an?
Bemerkst du einen auffälligen Konsum, dann sprich das Thema an. Sei dabei einfühlsam. Betroffene schämen sich oft und fühlen sich schuldig. Respekt ihnen gegenüber ist deshalb wichtig.
Abhängigkeit kann verschiedene Formen haben. Viele Menschen sind zwar nicht körperlich abhängig, aber psychisch. Sie fragen sich: Kann ich auf Alkohol verzichten?
Mehr Informationen zu diesem Thema und anderen Themen sowie Selbsttests findest du hier: http://www.kontrolliertes-trinken.de.
Wie sich von einem Alkoholiker/ einer Alkoholikerin trennen?
Wenn die Beziehung bzw. das Zusammenleben nicht mehr funktioniert gilt es zu handeln. Oft sind die von Alkoholsucht betroffenen nicht bereit etwas zu ändern. Deshalb gilt es sich als Angehöriger erst selber zu schützen, denn Angehörige leiden oft mehr als die Betroffenen selber.
Gründe für das Leiden von Angehörigen sind oft Hilflosigkeit, Angst und Gewalt.
Unter Gewalt fällt auch psychische Gewalt, darunter versteht man „schwere Drohung, Nötigung, Freiheitsberaubung und Stalking. Zudem werden darunter auch Formen verstanden, die für sich allein keine unmittelbare Bedrohung darstellen, die aber in ihrer Summe als Gewaltausübung bezeichnet werden müssen. Dazu gehören diskriminierende Gewalt wie Missachtung, Beleidigung, Demütigung, Blossstellen, als dumm oder verrückt erklären, oder eben auch die Angst vor möglichen (Wut-)Ausbrüchen, bedrohliche und hasserfüllte Blicke, das stetige Gefühl der Bedrohung und Unsicherheit.
Hilfe bieten folgende Institutionen:
- Für Frauen: http://www.frauengegengewalt.ch/
- Für Männer: http://www.zwueschehalt.ch/
Dort sind Fachleute zu finden, welche in dieser Situation weiterhelfen können. Mit ihnen zusammen können Trennungen konkret vorbereiten werden und Vorkehrungen zum Schutz getroffen werden.
Man kann nichts für die Situation des Betroffenen
Natürlich ist die Situation für den von Alkoholsucht Betroffenen nicht einfach und er/sie muss erst Mal schauen, wie es weiter geht. Man sollte sich aber zwei Dinge stets klar machen: a) ist das letztlich die Konsequenz ihres eigenen Verhaltens und b) eine Alternative gibt es nicht, den permanente Angst führt bei Angehörigen früher oder später ebenfalls zu einer psychischen Krankheit.
Wie überzeuge ich jemanden zur Beratungsstelle zu gehen?
Alkoholabhängige können oft nicht überzeugt werden, Hilfe in Anspruch zu nehmen. Deshalb ist es wichtig, selber als Angehörige/Angehöriger sich beraten zu lassen, auch deshalb, um das eigene Leiden, Mitleiden zu lindern.
Betroffene haben manchmal weniger Leidensdruck als ihre Angehörigen und sehen deshalb nicht ein, weshalb sie eine Beratung in Anspruch nehmen sollten. Es kann helfen, wenn man der Person sagt, wie wichtig sie für einem ist und deshalb ganz unverbindlich einmal mit deinem Beratungstermin (keine Behandlung) mitkommen solle.
Wieviel Alkohol ist zu viel?
Wieviel ist zu viel?
Werte bei einem „chronisch “ bzw. «episodisch» problematischen Konsum:
| Für Männer: | 4 Standardgläser* pro Tag oder mehr | 5 Standardgläser oder mehr bei einer Gelegenheit einmal pro Monat |
| Für Frauen: | 2 Standardgläser* pro Tag oder mehr | 4 Standardgläser oder mehr bei einer Gelegenheit einmal pro Monat |
* Ein Standardglas (= ein Glas Bier/Wein etc.) entspricht zehn bis zwölf Gramm reinem Alkohol
Weitere Informationen: Neue Empfehlungen zum Alkoholkonsum
Ist Alkoholabhängigkeit eine Krankheit?
Noch bis weit ins letzte Jahrhundert hinein wurde Alkoholabhängigkeit mit Willens-und Charakterschwäche in Verbindung gebracht. Heute ist sie offiziell als Krankheit anerkannt, die erfolgreich behandelt werden kann. siehe dazu auch «Alkoholabhängigkeit –eine Krankheit!»
Kontrolliert trinken. Geht das?
Die meisten Leute können ihren Alkoholkonsum gut steuern. Menschen, die bereits eine Abhängigkeit entwickelt haben, erleben jedoch oft den so genannten Kontrollverlust. Das heisst, sie schaffen es nicht mehr „normal“ zu trinken und haben ihren Konsum nicht mehr im Griff (Beginn, Menge, Schluss). Deshalb empfehlen Fachleute in diesem Fall ganz darauf zu verzichten (Totalabstinenz), um wiederholte Rückfälle zu vermeiden.
Wie kann ich den Ausstieg schaffen, trotz Entzugssymptomen?
Eine längere und regelmässige Trinkperiode führt meistens zu körperlicher Abhängigkeit und zu Entzugssymptomen beim Absetzen des Alkohols. Diese Entzugserscheinungen können gravierende körperliche Folgen haben wenn sie zu stark sind. Sie sind auch der Grund, warum viele weitertrinken, weil sie sich nicht zutrauen die körperlichen und psychischen Entzugserscheinungen durchzustehen.
Reden sie deshalb mit ihrem Arzt darüber. Er kann beurteilen, ob ein ambulanter Entzug mit Hilfe von Medikamenten möglich, oder eine stationäre Entzugsbehandlung notwendig ist.
Was geschieht bei einer Behandlung?
Die körperlichen Symptome können meistens mit einer 2-5 tägigen Entzugsbehandlung überwunden werden. Unter ärztlicher Anleitung und medikamentöser Unterstützung ist der körperliche Entzug meist eine unproblematische und „schmerzlose“ Angelegenheit.
Der längere und schwierigere Teil ist die Entwöhnung. In einer ambulanten oder stationären Behandlung lernen Klienten alkoholfrei zu leben und für ihr Leben wieder selbst Verantwortung zu übernehmen. Ob eine ambulante oder stationäre Therapie angezeigt und möglich ist, wird zusammen mit dem Patienten besprochen und entschieden.
Wie schlimm ist ein Rückfall?
Rückfälle gehören beim Gesundwerden dazu. Ein Rückfall bedeutet nicht, dass man nochmals von vorne beginnen muss. Vor allem für Angehörige ist das wichtig zu wissen. Ein Rückfall ist immer auch eine Gelegenheit zu lernen. Er hilft, das eigene Trinkverhalten besser zu verstehen und Risikosituationen besser zu erkennen.
Das ist wichtig: Betroffene sollen nach einem Rückfall so schnell wie möglich mit einer Fach- oder Vertrauensperson reden. Das hilft, aus dem Rückfall zu lernen. Zudem erhält sie allenfalls weitere Unterstützung.
Zwangseinweisung
Eine Zwangseinweisung bzw. fürsorgerische Unterbringung (FU), wie dies heute genannt wird, ist die letzte Möglichkeit einem Alkoholiker/ einer Alkoholikerin zu helfen, wenn sämtliche bisherigen Versuche gescheitert sind. Dies ist oft der Fall, wenn Angehörige, Partner und Freunde gescheitert sind, denn Betroffenen zu einer Therapie zu bewegen. Früher oder später müssen sich angehörige abwenden, um nicht selber durch die belastende Situation krank zu werden.
Für eine fürsorgerische Unterbringung (FU) ist die KESB zuständig. Diese ist kantonal organisiert und interkantonal wiederum nach Regionen, entsprechend muss die lokal Zuständige KESB kontaktiert werden. Hier finden Sie eine Liste mit den Standorten: https://www.kokes.ch/de/organisation/organisation-kantone
Es ist nicht garantiert, dass es wirklich zu einer FU kommen wird, da dies a) ein massiver Eingriff in die Eigenständigkeit eines Menschen ist und b) Alkoholkonsum nicht verboten ist und die betroffene Person Hilfe verweigern kann.
Voraussetzungen für eine fürsorgerische Unterbringung
- Die betroffene Person leidet an einem Schwächezustand aufgrund einer psychischen Störung (dazu gehören auch Suchterkrankungen), einer geistigen Behinderung oder einer schweren Verwahrlosung. Dabei werden die Belastungen und der Schutz von Angehörigen und von Dritten berücksichtigt.
- Die nötige Betreuung oder Behandlung der betroffenen Person kann nur durch eine Unterbringung in einer geeigneten Einrichtung sichergestellt werden.
Die betroffene Person hat das Recht, eine Vertrauensperson beizuziehen, die sie während der Unterbringung unterstützt. Sie muss entlassen werden, sobald die Voraussetzungen für ihre Unterbringung weggefallen sind. Für die Anordnung einer FU ist die Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde (KESB) zuständig.
Wichtig ist, dass sich Angehörige selber Unterstützung holen, auch wenn der Betroffene keine Hilfe annehmen will, denn die Situation ist auch für sie belastend. Auf den Beratungsstellen des Blauen Kreuzes beraten wir immer auch die Angehörigen, welche oftmals ja mehr leiden als die Betroffenen: http://blaueskreuz.ch/was-wir-tun/ambulante-beratung/beratungsstellen/
Ist mit einem Rückfall alles verloren?
Nein. Ein Rückfall muss keine Katastrophe sein und ist noch nicht das Ende aller Bemühungen. Das ist besonders für Angehörige wichtig zu wissen. Ein Rückfall ist jedoch ein Zeichen, wo allenfalls zu wenig Vorsichtsmassnahmen getroffen oder wo noch Defizite vorhanden sind. Ein Rückfall ist damit auch ein Anlass zum Lernen. Beliebt ist die Unterscheidung zwischen Ausrutscher und Rückfall: Ausrutscher sind periodische Ereignisse die meistens schnell wieder gestoppt werden. Betroffene lernen oft daraus. Ein Rückfall in das alte von Alkoholkonsum geprägte Verhalten kann jedoch tatsächlich zur irreparablen Katastrophe führen. Wichtig deshalb: Betroffene sollen nach Ausrutschern unverzüglich das Gespräch mit Fachpersonen oder Personen ihres Vertrauens Kontakt aufnehmen um für sich daraus die richtigen Schlüsse ziehen zu können.
Ist Alkoholabhängigkeit vererbbar?
Verschiedene Faktoren können zu einer Alkoholabhängigkeit führen. Genetische Faktoren spielen vielleicht eine Rolle. Entscheidender sind aber soziale Faktoren. Kinder von alkoholabhängigen Eltern haben ein höheres Risiko, später einmal selbst abhängig zu werden. Das Risiko ist sechs Mal höher.
Die meisten Kinder von alkoholabhängigen Eltern werden als Erwachsene nicht selbst alkoholabhängig. Folgende Faktoren wirken schützend:
- eine geregelte Tagesstruktur,
- Familienrituale,
- ein gutes Selbstwertgefühl,
- die Fähigkeit, mit Schwierigkeiten umzugehen und um Hilfe zu bitten,
- eigene Freizeitpläne,
- eine stabile Beziehung zum nicht abhängigen Elternteil oder zu einer Bezugsperson ausserhalb der Familie.
Hat er/sie ein Alkoholproblem?
Manchmal ist die Grenze zwischen regelmässigem Genuss und Abhängigkeit unscharf.
Genuss heisst:
- Ich trinke bewusst. Zum Beispiel ein gutes Glas Wein zu einem feinen Essen.
- Ich lege regelmässig alkoholfreie Tage ein.
Wird aus Genuss Gewohnheit, dann ist das ein Warnsignal.
Es ist schwierig, über den eigenen Alkoholkonsum oder den Konsum einer nahestehenden Person zu reden. Oft schämt man sich. Das geht vielen Betroffenen so. Nur etwa zehn Prozent der Menschen mit einem Alkoholproblem holen sich Hilfe. Viele Betroffene sind beruflich und sozial integriert. Sie haben aber einen Alkoholkonsum, der höher ist, als sie es wollen. Der Konsum nimmt meistens schleichend zu. Abhängigkeit kann verschiedene Formen annehmen.
Zur Auseinandersetzung mit dem Thema und der eigenen Gewohnheiten bietet die Webseite http://www.kontrolliertes-trinken.de Selbsttests und nützliche Informationen.
Ab wann ist man alkoholabhängig?
Alkoholabhängigkeit ist eine Krankheit. Es gibt mehrere Symptome dafür. Eine Person gilt als alkoholabhängig, wenn sie mindestens drei der folgenden Symptome hat:
- Toleranz steigt: Die betroffene Person braucht immer mehr Alkohol, damit sie die gleiche Wirkung spürt. Zum Beispiel ein Wohlgefühl.
- Psychisch abhängig: Die betroffene Person spürt ein Verlangen nach Alkohol.
- Entzugssymptome: Die betroffene Person hat körperliche Entzugssymptome, wenn sie keinen Alkohol trinkt. Oder sie trinkt Alkohol, um die Symptome zu lindern. Symptome sind zum Beispiel Herzrasen, Übelkeit oder Kopfschmerzen.
- Keine Kontrolle: Die betroffene Person kann den Alkoholkonsum nicht mehr kontrollieren. Weder die Menge noch die Zeit, wann sie mit dem Trinken beginnt oder aufhört.
- Vernachlässigung: Die betroffene Person vernachlässigt Freunde, Hobbys oder andere Interessen und Vergnügungen. Der Alkoholkonsum ist wichtiger.
- Weiter trinken: Die betroffene Person trinkt weiter, obwohl ihre Gesundheit leidet. Zum Beispiel eine Leberschädigung, depressive Verstimmung oder Probleme.
Eine Alkoholabhängigkeit zeigt sich nicht bei allen Menschen gleich. Oft bestimmen Vorurteile, wie wir uns eine süchtige Person vorstellen und was es bedeutet, süchtig zu sein. Die «typische Abhängigkeit» gibt es kaum.
Eine einfache Definition von Sucht ist: «Jemand ist nicht fähig, ohne ein bestimmtes Mittel oder Verhalten leben zu können.» Die Menge des getrunkenen Alkohols ist nur ein Faktor. Entscheidend ist vor allem, wie wichtig der Alkohol im Leben der betroffenen Person ist. Nur eine Fachperson kann bestimmen, ob jemand tatsächlich alkoholabhängig ist.
Trinke ich zu viel? Schade ich meiner Gesundheit? Sorgst du dich um eine dir nahestehende Person? Ein Gespräch mit einer Fachperson unserer Beratungsstellen kann dir helfen, den Alkoholkonsum einzuordnen. Hier finden Sie weitere Informationen
Kontrolliert trinken – (wie) geht das?
Die meisten Menschen können ihren Alkoholkonsum gut kontrollieren. Alkoholabhängige Menschen verlieren jedoch oft die Kontrolle darüber. Ein sinnvolles Therapieziel kann dann eine völlige Alkoholabstinenz sein. Ein mögliches Therapieziel ist auch, ein kontrolliertes Trinkverhalten zu lernen. Kontrolliert trinken bedeutet: Die betroffene Person ist frei, in bestimmten Situationen auf den Alkohol zu verzichten und in festgelegten Situationen in einem definierten Mass zu trinken.
Ob Abstinenz oder kontrolliertes Trinken besser passt, hängt von den persönlichen Bedürfnissen und den Zielen der betroffenen Person ab. Sie bestimmt in der Therapie mit einer Fachperson das Vorgehen. Die Behandlung ist also zieloffen. Das bedeutet: Es gibt kein vorgegebenes Ziel wie zum Beispiel eine Abstinenz. Die Behandlung will erreichen, dass die betroffene Person ihren problematischen Konsum verändert. Sie reduziert ihren Konsum in ihrem eigenen Rhythmus.
Mehr Informationen dazu findest du hier: http://www.kontrolliertes-trinken.de.